„Angels, ever bright and fair“:  Abendmusik in der Martinskirche (23.10.2022)

Engel begegnen uns als himmlische Wesen und Boten Gottes in der Bibel. Bei Jesaja heißt es, dass die Engel vor dem Herrn stehen und ihn mit den Worten preisen: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaot!“ Im Weihnachtsevangelium verkünden Engel den Hirten die Geburt des Christkindes. Als Schutzengel stehen Engel uns Menschen bei, und wenn wir in Not sind, verkörpern sie die Hoffnung. Sie werden mit dem Licht gleichgesetzt, das dem Leidenden nach schwerer Zeit wie am Ausgang eines Tunnels erscheint.

In dem Konzert „Angels, ever bright and fair“ erklangen Kompositionen, in denen Engel in unterschiedlichen Vorstellungen in Erscheinung treten. Das Programm enthielt Musik aus drei Jahrhunderten, unter anderem von Händel, Beethoven, Cornelius, Wagner und Rutter.

Für den Frieden: Mit Posaunen und auf dem Klavier wurde im Garten der Martinskirche zum musikalischen Gebet angestimmt

 

Pfarrerin Tamara Schäfer konnte am Sonntagnachmittag (24.7.22) einige gut gelaunte Gäste bei herrlichem Wetter im Pfarrgarten vor der Martinskirche begrüßen. Zum wiederholten Mal trat der Posaunenchor des CVJM und der evangelischen Kirche in Bad Hersfeld in einem Klappstuhlkonzert im Schlippental auf und gab dabei sein üppiges Repertoire, das Gesa Hild als Chorleiterin mit ihm einstudiert hatte, zum Besten. Ein Höhepunkt war der Auftritt der Pianistin You Kyong Kim, die in gewohnt meisterhafter Manier zwei Stücke vortrug. „Es ist immer ein besonderer Genuss, ihr zuzuhören und zuzusehen“, schwärmte Kirchenvorsteher Dr. Wolfgang Thon, der für die Einladung der Karlsruherin mitverantwortlich war. Die legendäre Hippie-Friedenshymne „Give peace a chance“ von John Lennon gab die Intention des Konzertes vor. Schäfer sagte zu diesem Lied einleitende Worte. Das sommerliche Konzert endete mit der volltönend gespielten Bitte aus dem neuen evangelischen Gesangbuch: „Gib uns Frieden jeden Tag.“

Pippi und Michel waren dabei

In der Martinskirche blieb am Sonntagnachmittag (12. Juni 2022) beim Familienkonzert kein Platz frei. Auf dem Programm des großen Ensembles der Musikschule von Elke Schmitt standen schwedische Folklore- und Filmlieder. „Idas Sommerlied“, das mit dem Text von Astrid Lindgren in Schweden ein beliebtes Schullied ist, das „Michel“-Lied und natürlich auch „Hey Pippi Langstrumpf“ gehörten dazu. Auch eine traditionelle Polka und skandinavischer Folk wie „Schottis fran Lima“ und „Hargaloten“ wurden gespielt. Mit ihrem stimmungsvollen Spiel auf Pfeifen, Flöten und den Streichinstrumenten sowie zartem Gesang gelang es den vierzehn jungen Frauen zusammen mit ihrer Lehrerin, das Publikum in die musikalische Welt Schwedens zu verführen. Zwischen den Musikstücken lasen die Musikerinnen Texte von und über Astrid Lindgren vor. Die bunte Mischung bot ein nettes, unterhaltsames Programm, für das sich die Zuhörer am Ende einige Zugaben erklatschten.

„Siegesmarsch“ der Posaunen am 12. Dezember 2021 in der Adventsandacht

Mit dem Siegesmarsch aus „Judas Maccabäus“ von Händel begrüßte der Posaunenchor des CVJM und der Evangelischen Kirchen in Bad Hersfeld am dritten Advent die Besucher und Besucherinnen des musikalischen Gottesdienstes in der Martinskirche.

Pfarrerin Tamara Schäfer lud ein: „Zur Ruhe kommen, loslassen, was uns gerade noch beschäftigt hat. Jetzt hier sein und Kerzenlicht und Schmuck, Wort und Musik auf sich wirken lassen.“ Bevor die Gemeinde das Lied „Es kommt ein Schiff“ (EG 8) sang, las Schäfer eine Meditation dazu vor: „Adventliche Lieder sind nicht nur von Worten geprägt. Ebenso wichtig sind ihre Symbole und Gesten, Stimmungen und Bilder. Als das Lied „Es kommt ein Schiff geladen“ entstand, waren viele Menschen zwar Analphabeten, aber sie konnten Bilder lesen. Gegenstände, Blumen und Tiere wussten sie als Symbole zu deuten. Religiöse Bilder dienten weniger zur Illustration als vielmehr der Verkündigung. "Es kommt ein Schiff geladen" gehört zu den bekanntesten Advents- und Weihnachtsliedern. In der Vergangenheit wurde es dem mittelalterlichen Mystiker Johannes Tauler (1300–1361) zugeschrieben. Drei spätmittelalterliche Handschriften legen allerdings nahe, dass das Lied erst im 15. Jh. entstanden ist, vermutlich im Elsass. Inhaltlich zentral ist die Schiffsmetaphorik, die sich auf Maria und die Menschwerdung Christi bezieht. Ein Schiff macht sich aus seinem Heimathafen bei Gott auf. Sein Segel ist die Liebe, sein Mast der Heilige Geist, seine Last ist teuer, denn es ist trägt Gottes Sohn. „Sein Anker haft‘ auf Erden, / da ist das Schiff am Land.“ Mit diesem Schiff wird die schwangere Maria als Gottesgebärerin beschrieben. Sie ist die von Gott Auserwählte, geprägt von der Liebe Gottes zu ihr und dem Wirken des Heiligen Geistes an ihr. In der christlichen Tradition wird sie auch als „navis gaudiorum" (Schiff der Freuden) und "foederis arca" (Arche des Bundes) gefeiert. Dieses Marienlied wurde später vom protestantischen Pfarrer Daniel Sundermann (1550-1631) bearbeitet. Er rückte Christus in den Vordergrund. So preist die 5. Strophe nicht mehr Maria als Mutter Gottes, die gelobt werden muss. Stattdessen nehmen die beiden letzten Strophen nun das Leiden und Sterben Jesu und seine Auferstehung auf: „5. Und wer dies Kind mit Freuden / umfangen, küssen will, / muss vorher mit ihm leiden / groß Pein und Marter viel, 6. danach mit ihm auch sterben / und geistlich auferstehn, / das ewig Leben erben, / wie an ihm ist geschehn.“ In dieser Form ist es heute auch im katholischen Gesangbuch zu finden.

Mit seiner Bearbeitung spannt Sundermann nun einen großen Bogen. Er beginnt damit, dass sich das Schiff auf den Weg macht, um Gottes Sohn zur Welt zu bringen und endet mit der persönlichen Nachfolge Jesu, die Freude, Leiden und ewiges Leben umfasst. So werden wir selbst zum Hafen, an dem das Schiff vor Anker gehen will.“

(Michael Fischer, Liederlexikon.de, Alle Jahre wieder, Benno Verlag)

Es folgte eine Meditation zu „Maria durch ein Dornwald ging.“ (EGplus 2)

„Ein weiteres ausdrucksstarkes Bild besingt das Lied „Maria durch ein Dornwald ging“. Lange galt, dass es um 1600 im thüringischen Eichsfeld als Wallfahrtslied entstanden sein könnte. Das vermutete auch der Liederforscher August von Haxthausen (1792–1866), der es 1850 in seine Sammlung aufnahm. Dagegen spricht allerdings, dass es in keinem der vielen Gesangbücher des 17. oder 18. Jahrhunderts zu finden ist. Deshalb scheint es durchaus möglich, dass es erst um 1850 in dieser Form entstand. Bei Haxthausen hat das Lied noch vier weitere Strophen, die Jesu Namensgebung, Taufe, Patengeld und Erlösersein besingen. Doch heute werden im protestantischen wie katholischen Raum nur noch die ersten drei gesungen. Im Lukasevangelium erzählt der Evangelist von zwei Besuchen. Zuerst besucht der Engel Gabriel die junge Maria und kündigt ihr die wunderbare Geburt eines Sohnes an, worauf Maria antwortet: „Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast.“ Daraufhin besucht die schwangere Maria ihre Cousine Elisabeth, die ebenfalls ein Kind erwartet, nämlich Johannes den Täufer. Im Lied geht es um den Weg, den Maria auf sich nimmt, um Elisabeth zu besuchen. Dieser Weg ist ein dichtes Gestrüpp aus Dornen, bedrohlich und fast undurchdringlich. In der Tat hatte Maria einen dornigen Weg vor sich: Sie war Josef zwar zur Ehe versprochen, aber noch nicht mit ihm zusammen, als sie schwanger wurde. Sie hätte wie eine Ehebrecherin verstoßen und nach damaligem Gesetz gesteinigt werden können. So dachte Josef, sie heimlich zu verlassen, wird aber im Traum von einem Engel davon abgehalten. Auch ihre Reise angesichts der Volkszählung nach Bethlehem ist beschwerlich, 150 km zu Fuß oder auf dem Esel, auf schmalen Gebirgspfaden, hochschwanger. Die zweite Strophe erinnert an ein „Rätsellied": „Was trug Maria unter ihrem Herzen?" „Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen.“ Doch denken wir an Marias weiteren Weg, kommen Schmerzen und Sorgen hinzu. Die Flucht vor Herodes, dem Kindermörder, das Ausharren unter dem Kreuz Jesu und sein Tod. In der katholischen Tradition eingebettet in die sieben Schmerzen der seligen Jungfrau.

In der dritten Strophe antwortet die Natur auf den dornengesäumten Weg der Maria mit einem Rosenwunder. Die fahlen Zweige blühen auf, neues Leben kehrt zurück, ein neuer Anfang ist gesetzt. Mit Jesu Geburt verhält es sich ähnlich: Er setzt einen neuen Anfang in der Geschichte Gottes mit den Menschen, durchbricht das Dunkel, das die Völker bedeckt, und schenkt neues und ewiges Leben. Schließlich findet sich im Lied durchgängig das Motiv des Tragens. Der Dornwald hat kein Laub mehr getragen, Maria trägt Jesus unter ihrem Herzen, und dann tragen die Dornen Rosen.

(Meinrad Walter, Katholisch.de, Liederlexikon.de, Heiligenlexikon.de)

Was tragen wir in dieser Zeit, allein oder gemeinsam? Was tragen wir unter unseren Herzen? Wo hoffen wir darauf, dass sich ein neuer Anfang auftut? Nicht nur in der Pandemie, vielleicht auch Zuhause, in der Nachbarschaft oder unserer Kirche. Erbarme dich unser in diesen Tagen, hilf uns tragen, was uns beschwert und wie Dornen sticht, hilf uns sehen, wo Rosen für uns blühen und uns strahlen lassen. Amen.“

„O Täler weit, o Höhen, O schöner, grüner Wald“: Die Natur in Musik und Text

Im Mittelpunkt der musikalischen Soiree am 30. Oktober 2021 in unserer Kirche standen Musik und Literatur, die die Natur zum Gegenstand haben. Die Kompositionen aus dem Barock und der Romantik stellen die Schönheiten der Natur, die Freude an ihr, aber auch das Erschauern vor ihr dar. Gleichzeitig wird in der Gegenüberstellung der beiden Epochen deutlich, wie verschieden der Blick auf Natur war und wie umweltbewusst im modernen Sinne die Romantiker zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren. Das Programm enthielt Vivaldis Violinkonzert Der Herbst aus seinen Vier Jahreszeiten, Lieder, Chor- und Instrumentalmusik von Corelli, Schumann, Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms u.a.

Es musizierten die Ensembles Arsoni Consort und QuintArt wieder gemeinsam: Eva Be Yauno-Janssen, Ines Allendorf, Cornelia Rohlender, Musa Be Yauno und Thomas Ries, Gesang; Roswitha Zimmermann, Violine, Jürgen Nothbaum, Mandoline und Renate Bennedik, Klavier. Jörg Bennedik rezitierte dazu passende Gedichte.

Irisch in den Herbst (25.9.2021)

„Wenn der Sommer geht“- so lautete der Titel des musikalischen Gottesdienstes, den Elke Schmitt mit einem Ensemble ihrer Musikschule in der Martinskirche gestaltete. Seit mehr als zwei Jahren hatten sich die elf Musikerinnen nicht mehr zu einem gemeinsamen Auftritt getroffen. „Es war also eine Premiere für uns, wieder vor Publikum zu spielen“, sagte Schmitt am Ende des Konzertes sichtlich erfreut über die große Begeisterung im Kircheninneren. Das Publikum ließ sich gerne mitnehmen von den französischen und italienischen Barockkompositionen eines Giovanni Bononcini, Joseph Bodin de Boismortier und Arcangelo Corelli bis hin zu den irischen Segenswünschen. Carolin Altmann kam eigens von ihrem Studienort angereist, um das Konzert ihrer Lehrerin mit ihrer schönen Gesangsstimme zu bereichern. Besonderer Applaus brandete auch nach dem Klavierspiel der neunjährigen Chen Fan Gao auf, die souverän das Musikstück „Passagio“ des zeitgenössischen Komponisten Ludovico Einaudi vortrug. Ohne Zugaben wollte das Publikum die fantastischen Musikerinnen nicht gehen lassen. Irische Segenswünsche, ob in Worten oder in Musik, spenden Ruhe, Kraft und Motivation. „Es war eine erholsame und erquickende Stunde in der Kirche“, lautete deshalb das Fazit der Besucher.

Interkulturelle Woche "Offen geht"

Im Rahmen der Interkulturellen Woche in Bad Hersfeld fand am 29.9.2021 in der Martinskirche ein Vortragsabend statt. Johny Thonipara vom Zentrum Ökumene in Frankfurt referierte über „Indiens Aufbruch in die Moderne und die Rückkehr zum Nationalismus“  und thematisierte die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Indien.

Mit Strohhut auf dem Klappstuhl: Ein Konzert an der Martinskirche mit dem Titel „Himmel, Erde, Luft und Meer“ sorgte für Sommerlaune (25.7.2021)

Die Einladung der Martinskirchengemeinde zu einem Klappstuhlkonzert im schönen Pfarrgarten hatte am Sonntagnachmittag eine erfreuliche Besucherzahl auf die Wiese im Schlippental gelockt. Ein kurzweiliges, musikalisches Programm des Posaunenchores des CVJM und der Ev. Kirchen in Bad Hersfeld unter der Leitung von Gesa Hild sorgte neben einem Klavier-Highlight bei den Gästen für viel gute Laune. Das Konzert trug den Namen „Himmel, Erde, Luft und Meer“ eines beliebten Kirchenliedes von Joachim Neander aus dem 17. Jahrhundert, das in sechs Strophen von Gottes Ehr und Bewunderung seiner Schöpfung zeugt. Dies war auch das Ansinnen der Organisatoren mit ihrer Programmgestaltung.

Die sommerliche Leichtigkeit der Stimmung zeigte sich auch beim Outfit einiger Besucher, die sich flotte Strohhüte aufgesetzt hatten. Aber auch die Musiker griffen in ihre Kleiderkiste und zogen sich zu den Jazz- und Swing-Rhythmen, mit denen sie das Publikum überraschten, die zu einer solchen Musik fast schon obligatorischen Jazz-Hüte auf. Allseits bemerkte man die Freude über die Neuauflage eines solchen Konzertes, das vor einem Jahr am gleichen Ort möglich gewesen war. Das Publikum konnte nun eine lobenswerte Entwicklung bei den Musikern und Musikerinnen feststellen, die tolle Evergreens wie Hits der Beatles zusammen mit bekannten Kirchenliedern spielten. Als Pfarrerin Tamara Schäfer auf ihrer Gitarre das irische Segenslied „Möge die Straße“ spielte, lud sie die Gäste zum Mitsingen ein, was aktuell erfreulicherweise ohne Masken draußen wieder erlaubt ist. Der Konzertgenuss wurde mit dem Auftritt der Karlsruher Pianistin You Kyong Kim bereichert, die auf ihre außergewöhnliche Art eigene Arrangements von „Ein feste Burg“ und „Amazing grace“ spielte. Ihr wurde mit großem Applaus dafür gedankt. Zu den Zaungästen des Konzertes gesellte sich auch ein munteres Eichhörnchen, dem es offensichtlich so gut gefiel, dass es bis zum Schluss in den Bäumen über den Köpfen der Besucher blieb.

 

Von Klang erfüllt: Musikalische Vesper in der Martinskirche

 

Unter dem Titel "Komm in mein Herzenshaus" fand am Sonntagabend (1. November 2020) eine musikalische Vesper mit Musik von Johann Sebastian Bach und Gedanken von Martin Luther statt. Die Bad Hersfelder Sopranistin Eva Be Yauno-Janssen und die Kasseler Pianistin Dörte Gassauer begeisterten das Publikum in der – für Corona-Verhältnisse – vollbesetzten Martinskirche. Arien aus Kantaten, Lieder aus "Schemellis Gesangbuch" und Choräle standen auf dem Programm. Be Yauno-Janssen ließ ihre klare Stimme durch den Kirchenraum fließen und brillierte vor allem bei den Arien. Aber auch die schlichten Werke wie den bekanntesten Luther-Choral "Ein feste Burg ist unser Gott" wusste die Sopranistin beseelt zu gestalten. Versiert begleitete Gassauer am Cembalo und am Klavier. Solistisch spielte sie eine Fuge und eine Invention Bachs auf der Orgel, eine Choralbearbeitung von "Vater unser im Himmelreich".

Dazwischen las Pfarrerin Tamara Schäfer Psalm 91 und "Luthers Abendsegen", ehe die Vesper mit der Arie "Schlummert ein, ihr matten Augen", langem Applaus und einer Zugabe endete. (cdg)

 

Eine Stimme für die, die keine Stimme haben

Friedensgebet mit Wanderfriedenskerze in der Martinskirche (4.9.2020)

 

VON CHRISTOPHER GÖBEL

Bad Hersfeld. Das Thema Frieden beherrschte den Abend des 4. September beim Friedensgebet in der Martinskirche. Die Friedenspfarrerin Sabine Müller-Langsdorf aus Frankfurt am Main hatte die Friedenskerze 2020 mitgebracht, ein Teil der Aktion Wanderfriedenskerze, die es seit den Anschlägen des 11. September 2001 gibt. In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Titel "Verbrannte Erde – Kriegsopfer Schöpfung".

"Was Christenmenschen verbindet, ist das Gebet für die Opfer", so Müller-Langsdorf. In 2020 geht es nicht um Menschen, sondern um die Teile der Schöpfung, die keine Stimme haben: Tiere und Pflanzen. "Auch sie leiden unter Kriegen", so die Friedenspfarrerin vom "Zentrum Oekumene".

Die Wanderfriedenskerze ist ein Hoffnungszeichen, das mit einem Gästebuch begleitet wird. Müller-Langsdorf sammelte die Fürbitten der Besucher aus der Martinskirche – für den Regenwald, die Blaumeise, Flüchtlinge, Menschen in Syrien, Israel und Palästina, Menschen, die durch nationalistische Ideen irregeleitet werden, jüdische Mitbürger, Kinder und Jugendliche, die Ökumene und für alle Menschen, denen Menschenrechte nicht zuerkannt werden. Auch der Wunsch nach mehr Liebe, Achtung und Toleranz untereinander wurde genannt.

Pfarrerin Tamara Schäfer begleitete das Friedensgebet mit Liedern an der Gitarre, bei denen auch die Gemeinde mitsingen durfte – darunter "Wo Menschen sich vergessen" und "Laudate omnes gentes" – Mund-Nasenschutz vorausgesetzt.

Diskussion: Corona und die Folgen

Im Anschluss an das Friedensgebet hatte der "Arbeitskreis Frieden", der am Nachmittag im Gemeindehaus getagt hatte, zu einer kleinen Diskussionsrunde "Die Welt nach Corona" eingeladen, die Kirchenvorsteher Dr. Wolfgang Thon moderierte. Dabei waren neben Müller-Langsdorf Pfarrer Ingo Schäfer von der Martinskirche und Pfarrer Carsten Röhr von der Auferstehungsgemeinde.

Schäfer sah die Solidarität der Menschen zu Beginn der Corona-Pandemie als sehr groß an, diese habe aber mit der Zeit abgenommen. "Mit der Solidarität war es aber vorbei, als der Urlaub anstand", so Schäfer. Plötzlich seien die Stimmen laut geworden, die ihre persönliche Freiheit eingeschränkt sähen. "Eine merkwürdige Freiheitsdebatte wurde laut. Das ist ein Alarmzeichen für Unfrieden in der Gesellschaft." Vergebung stehe am Anfang, um wieder Frieden zu schaffen. Dazu müsse man auch mit denjenigen ins Gespräch kommen, die vor dem Reichstagsgebäude demonstriert hatten. "Unser Freiheitsbegriff muss sich am Gegenüber messen lassen", so Schäfer.

Röhr benannte auch die Klimakatastrophe, die durch die Corona-Pandemie in den Hintergrund gerückt sei. "Die Kirche spricht von Schöpfung und will sie bewahren", sagte Röhr. Die Schöpfung zu retten sei nur gemeinsam möglich, denn "wenn die Schöpfung leidet, leiden alle mit", so Röhr.

Als Folge der Coronakrise sah Müller-Langsdorf viel Elend auf der Welt. Auch hier müsse man gemeinsam gegensteuern und mit den Menschen sprechen. "Wir müssen den Blick auf die Opfer richten und auch den Ursachen auf den Grund gehen", so Müller-Langsdorf.

Alle drei Redner waren sich darin einig, dass nur gemeinschaftliches Handeln Früchte tragen könne.

Musik beflügelte die Sinne

Im Pfarrgarten der Martinskirche trafen sich das Hersfelder Arsoni Consort und die Pianistin You Kyong Kim zum beeindruckenden Konzert (21.8.20)

 

Bereits mit dem ersten Stück, das das Ensemble „Arsoni Consort“ zur Begrüßung der Gäste anlässlich ihres Sommerkonzertes am Freitagabend auf der Wiese vor der Martinskirche spielte, wurden die Sinne der Zuhörenden auf wunderbare Weise beflügelt. „Auf Flügeln des Gesanges“ hieß das vorgetragene Werk von Felix Mendelssohn-Bartholdy, bei dem zunächst Roswitha Zimmermann auf der Violine und Renate Bennedik auf dem Klavier im Einsatz waren. Wieder einmal erwies sich der Pfarrgarten als gut geeignet für einen derartig tollen Konzertgenuss. Das E-Piano stand wackelsicher auf großen Brettern auf der abschüssigen Wiese, sodass ein tastensicheres Spiel der zwei an diesem lauen Sommerabend agierenden Pianistinnen garantiert war. Die in Karlsruhe lebende Konzertpianistin You Kyong Kim konnte aufgrund der Initiative von dem Kirchenvorstandsmitglied Dr. Wolfgang Thon für dieses Konzert gewonnen werden. Zwanzig Minuten dauerte ihr selbst arrangiertes Beethoven-Medley, mit dem sie meisterhaft ihre enorme Musikalität und technische Virtuosität demonstrierte. Ihr Spiel auf den Tasten zauberte faszinierende Gefühlswelten hervor. Wer das Glück hatte, ihr auf die Finger zu schauen, konnte erleben, wie die Künstlerin ohne Noten, völlig in sich versunken und eins mit der Musik, mit über die Tasten fliehenden Fingern und wiegenden Körper- und Armbewegungen die Feinheiten der Musik bis ins Detail widerspiegelte.

Auch die Mitglieder des „Arsoni Consort“ hatten sich zum 250. Geburtstag von Beethoven ein Werk von ihm ausgesucht: Den ersten Satz „Allegro“ der Sonate für Klavier und Violine Op.24. „Ich glaube, Beethoven spielt hier nicht nur mit den Tönen, sondern auch mit seinen Zuhörern“, vermutete Bennedik, die zwischen den Stücken kleine Einführungen gab. Die Nachwelt hätte der Sonate den Namen „Frühlingssonate“ gegeben, weil sie fröhlich und optimistisch klinge. Doch es fänden sich darin laute Schläge gegen das natürliche Taktempfinden und plötzliche Moll-Töne. Diese Vorabinformation machte neugierig und das Publikum lauschte gespannt, wie Zimmermann und Bennedik die Noten zu Gehör brachten. Zu Henry Purcells „Strike the Viol“ traten alle Ensemble-Mitglieder auf, das heißt, der Flötist Jürgen Nothbaum und die Sängerin Eva Be Yauno-Janssen komplettierten das hervorragende, musikalische Miteinander. Ein fröhlich stimmendes Medley von Irish Folk-Melodien mit dem Segenslied „You raise me up“ folgte. Mit dem Gesang von Be Yauno-Janssen wurden auch die Lieder „Last rose of the summer“ und  John Rutters „The Lord bless you and keep you“ begleitet. Vor einem Jahr sang Be Yauno-Janssen dieses Lied zur Einführung des neuen Pfarrehepaares Ingo und Tamara Schäfer. Die beiden freuten sich im Publikum sitzend über diese Erinnerung an den damaligen schönen Gottesdienst.

Das Konzert auf der Wiese endete fast so, wie es begann, nämlich mit „Auf den Flügeln des Gesanges“. Nun wurde dieses Werk mit Stimme und dem Liedtext von Heinrich Heine vorgetragen. Für diese beflügelnde Stunde voller Musik und Gesang bedankte sich das Publikum gerne mit reichlich Applaus.  

Sommer, Sonne und Musik

Rund 70 Gäste saßen in unserem Pfarrgarten, als der Posaunenchor des CVJM und der ev. Kirche in Bad Hersfeld unter der Leitung von Gesa Hild aufspielte.

Der Posaunenchor des CVJM und der ev. Kirche in Bad Hersfeld unter der Leitung von Gesa Hild gestaltete am Sonntagabend ein gelungenes Abendkonzert im Pfarrgarten der Evangelischen Martinskirche. Die ersten Musikstücke wie „Die güldne Sonne“ und „Geh aus, mein Herz“ nahmen Gottes Schöpfung, die Sonne und mit „Amazing Grace“ insbesondere die Gnadensonne in den Blick.

Von Pfarrerin Tamara Schäfer erfuhren die Besucher Interessantes über die Entstehung, den Inhalt und die Botschaft der jeweiligen Lieder.

So las sie zum Beispiel zu „Amazing Grace“ passende Worte aus dem Psalm 19 in der Bibel vor, in denen poetisch die Schöpfung Gottes als eine Art beschrieben wird, sich uns zu offenbaren und zu uns zu sprechen.

Michael Brossart spielte in einem Solo auf seiner Trompete und sang auch dazu „Summertime“. Leider konnte er hierbei nicht wie geplant von Dörte Gassauer am Klavier begleitet werden, die erkrankt absagen musste. Volltönend kamen alle Blasinstrumente der 13 Musiker und Musikerinnen zum Einsatz, als zwei Kompositionen von Friedrich Silcher, „Ännchen von Tharau“ und „Am Brunnen vor dem Tore“, gespielt wurden.

Daraufhin kamen einige Lieder des Gottvertrauens und des Lobes wie das bekannte „Rock my soul in the bosom of Abraham“ dran. Viele Gospelchöre haben es in ihrem Repertoire und oftmals wurde es auch gecovert, etwa von Louis Armstrong, Nana Mouskouri oder Elvis Presley.

„Rock my soul“ erzähle vom Schoß Abrahams und knüpft an das Gleichnis aus dem Lukasevangelium „Vom reichen Mann und armen Lazarus“ an, berichtete Schäfer. Auch sie trug mit ihrem Gitarrenspiel zum musikalischen Programm bei, während ihr Mann, Pfarrer Ingo Schäfer, mit seiner Posaune das Chorspiel unterstützte.

Mit „Über den Wolken“ am Konzertende kam Urlaubsstimmung auf, die aber bald wieder verflog. Denn derartige Angebote wie dieses gelungene Konzert helfen den Daheimgebliebenen gut, den Sommer zu Hause zu erleben und abwechslungsreich zu gestalten. In den letzten warmen Strahlen der Sonne am Abend blieben die Gäste noch gerne eine Weile über die Konzertdauer hinaus auf der Wiese und nutzten die Gelegenheit zum gemütlichen Plausch.

Auf dem Weg zum Ökumenischen Kirchentag: Klavierkonzert in der Martinskirche als Vorgeschmack auf das große Fest des Glaubens

Am 9. 2. 20 luden wir zu einem lebendigen Gottesdienst zum Ökumenischen Kirchensonntag und einem meisterlichen Klavierkonzert der Pianistin You Kyong Kim ein. Über 50 Personen haben mit uns Gottesdienst gefeiert und engagiert in Gruppen über das Kirchentagsmotto "Schaut hin" diskutiert. Es waren Vertreter der katholischen und baptischen Kirche da. Zudem haben die Matthäuskirche, die Stadtkirche, der ACK, das Interkulturelle Zentrum und Vertreter des Friedensgebetes in Hersfeld und Bebra mitgemacht. Es war ein bunter und ökumenischer  Abend. Nach einem kleinen Imbiss sind die Gottesdienstbesucher zum Konzert da geblieben. Dieses war mit Werken von Beethoven sehr ergreifend. Frau Kim hat auch eigene Kompositionen gespielt. Herrn Thon gilt unser Dank für die Organisation.

(Fotos)

Aus der Ankündigung:

Vom 12. bis 16. Mai wird dieser Kirchentag in Frankfurt mit mehr als 100.000 Menschen jeden Alters, verschiedener Herkunft und Konfession gefeiert.  „Machen wir uns gemeinsam auf den Weg, holen wir diesen Kirchentag schon jetzt ein bisschen in unsere Gemeinde, indem wir ihn in Stil und Geist feiern. Thema des Gottesdienstes wird der Kirchentagspsalm „Öffne mir die Augen“ (Ps 119,18) sein, aber natürlich wird auch das Leitwort „Schaut hin“ (Mk 6,38) eine Rolle spielen“, lädt Pfarrer Ingo Schäfer ein. Nach dem ökumenischen Gottesdienst gibt es einen Imbiss. Um 19 setzt ein Konzert der renommierten Pianistin You Kyong Kim einen glanzvollen Abschluss der Vorfeier. Kim wurde in Pusan, Südkorea, geboren. Sie studierte Klavier, Liedgestaltung, Kammermusik, Korrepetition und nahm an Meisterkursen teil. Bei zahlreichen Wettbewerben und Meisterkursen hat sie als Korrepetitorin mitgewirkt und arbeitet daneben als Musikpädagogin. Konzerte als Solistin, Kammermusikerin und Liedbegleiterin führten You Kyong Kim neben zahlreichen Städten in Deutschland nach Frankreich, Belgien, Südkorea, auf die Philippinen und in die Volksrepublik China. Sie war an verschiedenen Uraufführungen sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen beteiligt.

Die Klavier-Vituosin wird in der Martinskirche Werke von Beethoven und eigene Arrangements spielen. You Kyong Kim war schon mehrmals in der Martinskirche zu Gast und begeisterte die Konzertbesucher mit ihrem meisterlichen Klavierspiel.

Termine

19.11.2022, 13 bis 15 Uhr

Basar "Sonne, Mond und Sterne" des Fördervereins "Martinskids"

 

27.11.2022, 10 Uhr

"Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft": Brot für die Welt-Gottesdienst und Kirchenkaffee

 

08.12.2022, 15 Uhr

Adventsfeier im Café St. Martin mit Musik von Udo Diegel


9.12.2022, 17 Uhr

Malkurs mit Sabine Kampmann im Gemeinderaum

 

11.12.2022, 17 Uhr

Musikalische Andacht mit dem Posaunenchor

 

15.12.2022, 19.30 Uhr

"Mit Maria und Josef unterwegs",

Pfarrwiese

 

24.12.2022,

15 Uhr: Krippenspiel

15 Uhr: "Gott wird Mensch"-

             Gottesdienst

 

13.01.2023, 17 Uhr

Malkurs mit Sabine Kampmann im Gemeinderaum

Der neue Martinskurier ist online

Viel Spaß beim Lesen!

In eigener Sache

Die 3G-Reglung im Gottesdienst wird ausgesetzt. In der Abendmahlspraxis bleiben wir dabei, die Oblate in den Kelch einzutauchen.

Kontakt

Pfarrer Ingo Schäfer und

Pfarrerin Tamara Schäfer

ingo.schaefer@ekkw.de

tamara.schaefer@ekkw.de

pfarramt.badhersfeld-martinskirche@ekkw.de

06621 2801

Ev. Kindertagesstätte:

Eveline Leiter-Bublitz

06621 71929

Küster Lars Litzenbauer:

06621 3288

Café St. Martin: Traute Hinz

06621 3737

Werner Herbert (stv. Vorsitzender des Kirchenvorstandes) in Fragen zu Angelegenheiten des KV: 

06621 74907

Hier finden Sie uns

Evangelische Martinskirche
Schlippental 39
36251 Bad Hersfeld

Wir freuen uns über Spenden auf folgende drei Konten:

 

Kirchenkreisamt Hersfeld-Rotenburg – Verwendungszweck „Martinskirche“ 

 

Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg

IBAN DE96 532 500 00 0001003109

BIC    HELADEF1HER

 

VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg

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BIC     GENODEF1EK1

 

Evangelische Bank Kassel

IBAN DE02 520 604 10 0001900102

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