Eine Hommage: Gedanken zum Nachdenken und zum Schmunzeln

Es war die zweite Veranstaltung in der Reihe "Texte der Humanität", zu der am Freitagabend rund 180 Menschen in die Martinskirche Bad Hersfeld gekommen waren.

Initiator Holk Freytag, der auch den Abend konzipiert hatte, begrüßte die Schauspielerin Andrea Cleven, bekannt unter anderem aus dem "Tatort" oder In aller Freundschaft" sowie von der Bad Hersfelder Festspielbühne, Pamela Maiwald-Jacob, Musicaldarstellerin aus Bebra sowie Annette Lubosch, ebenfalls bekannt von den Bad Hersfelder Festspielen sowie den Pianisten Wolfgang Möller. "Wohl keine Schriftstellerin in der Geschichte der Literatur hat einen derartigen Einfluss auf die Menschheit gehabt, wie Astrid Lindgren. Ihre Werke, die manche Menschen fälschlich als Kinderliteratur bezeichnen, sind in praktisch alle Sprachen der Erde übersetzt und mit Pippi Langstrumpf hat sie eine Figur geschaffen, die an Popularität sogar Hamlet in den Schatten stellt", sagte Freytag zu Beginn. Zuvor hatte Martinskirchen-Pfarrerin Tamara Schäfer eine kurze Einführung über Leben und Werk Astrid Lindgrens gegeben. Lindgren sei eine Kämpferin für den Frieden gewesen - auf allen Ebenen ihres Lebens. Der Abend stand unter dem Titel "Die Menschheit hat den Verstand verloren!" - dem Titel von Lindgrens veröffentlichten Tagebüchern aus den Jahren 1933 bis 1945. Mit Passagen aus "Pippi Langstrumpf", "Mio, mein Mio" oder "Die Kinder aus Bullerbü" entführten Freytag, Cleven und Maiwald-Jacob in die (schwedische) Welt der 2002 verstorbenen Schriftstellerin, deren Werke in 106 Sprachen übersetzt wurden. Die Gesamtauflage ihrer Bücher liegt bei rund 165 Millionen Exemplaren. Doch nicht nur aus ihren Kinderbüchern rezitierten die Protagonisten. Auch mit Briefen und ihren Kriegs-Tagebüchern brachte das Quartett seinem Publikum den Menschen Astrid Lindgren näher. Ihre intelligente Schlagfertigkeit hatte Lindgren in Interviews unter Beweis gestellt und ihren Humor brachte sie nicht nur in ihren Büchern zum Ausdruck. Die Rede anlässlich des Friedenpreises des deutschen Buchhandels aus dem Jahr 1978 bereicherte den Abend ebenso wie die Lieder von Lubosch, die Möller am Klavier begleitete. "Blowin' in the Wind" stand da neben "Sometimes I feel like a motherless child" und "Gabriellas Lied" aus dem schwedischen Film "Wie im Himmel". Eine Bühnenadaption dieses Films wird im Sommer bei den Bad Hersfelder Festspielen von Intendant Joern Hinkel inszeniert - der übrigens auch unter den Zuschauern weilte. Langer und begeisterter Applaus für die Protagonisten stand am Ende eines Abends, an dem das Publikum jeder für sich ein kleines Stückchen Lindgren mit nach Hause nahm - und vielleicht holte sich der ein oder andere ein Lindgren-Buch aus dem Regal und las vor dem Schlafengehen noch ein paar Kapitel der schwedischen Schriftstellerin. (Christopher Göbel) +++ 

Die Lebenserinnerungen des Pfarrers Hermann Altmüller:
Lesung mit Musik in der Martinskirche, Freitag, 2. Februar 2024

Die Lebenserinnerungen des Pfarrers Hermann Altmüller geben einen hochinteressanten
und berührenden Einblick in das ländliche Leben unserer nordhessischen Heimat vor ca.
150 Jahren. Wie lebte man damals, wie reiste man, als das Schienennetz noch im Aufbau war und die Postkutsche eine teure Angelegenheit? Und überhaupt, wie kam man klar, ohne
Elektrizität, Telefon und soziale Absicherung? Hermann Altmüller wird 1850 in Solz geboren, wo er eine glückliche Kindheit verlebt. Mit elf Jahren muss er das vertraute Elternhaus verlassen, um das Gymnasium in Bad Hersfeld besuchen zu können - ein herber Einschnitt für den Jungen, der nun sieben Jahre lang bei Hersfelder Familien in Pension wohnt. Nach dem Studium in Leipzig und Marburg ist Altmüller von 1875 bis 1918 in verschiedenen Gemeinden Nordhessens Pfarrer. Thomas Wischnath, Urenkel des Verfassers und selbst Pfarrer im nordhessischen Breuna, las Auszüge aus den Erinnerungen, die Schlaglichter auf ein anders Leben in unserer Region werfen. Umrahmt wurde die Lesung mit zeitgenössischer Musik von Beethoven, Schubert, Richard Strauss u.a.
Es sangen und spielten Mitglieder des Arsoni Consorts und des Gesangsensembles
QuintArt: Eva Be Yauno-Janssen, Cornelia Rohlender und Tomas Ries, Gesang; Jürgen
Nothbaum, Mandoline und Renate Bennedik, Klavier.

Den lieben Advent besungen: Kinder der Kantorei traten in der Martinskirche auf

Viele Besucher und Besucherinnen waren der Einladung der Martinskirchengemeinde am 14.12.23 ins Adventscafé St. Martin gefolgt. Bevor es im hübsch dekorierten Gemeindesaal feinen Stollen und Kaffee gab, gestalteten Kinder der Kantorei der Evangelischen Stadtkirchengemeinde zusammen mit Kantor Sebastian Bethge am Klavier im Kircheninnern ein kleines, musikalisches Programm. „Wir sagen euch an den lieben Advent“ wurde zunächst mit dem Publikum gesungen, dann wurde ein lustiger Kinderhit von einem Rumba tanzenden Weihnachtsmann angestimmt. Annelie Hopt, die zusammen mit Bethge die Hersfelder Singschule leitet, hatte dieses gute Laune machende Lied ausgewählt. Danach gaben die Kinder vorm leuchtenden Christbaum noch einen Einblick in ihre Proben fürs Krippenspiel am Heiligabend in der Stadtkirche. In diesem Jahr werden sie die Weihnachtsgeschichte aus der Perspektive von Ochs und Esel erzählen und dabei die Zuhörer und Zuhörerinnen zum Schmunzeln bringen, wie der Kurzauftritt in der Martinskirche zeigte. 

Musikalisch eine Kerze angezündet (2.12.2023):

Ein Konzert der Musikschule Elke Schmitt stimmte auf den ersten Advent ein

„Es wird nicht finster in der Welt bleiben“, das sei die Botschaft der Weihnachtsgeschichte, sagte Pfarrer Ingo Schäfer am Samstagnachmittag in der Martinskirche. Er zündete die große Friedenskerze auf dem Altar an, um damit das adventliche Konzert der Musikschule Elke Schmitt zu eröffnen. Das Motto „“Light a candle for peace“ wurde im Folgenden von dem Instrumentalensemble und dem Chor „Singclusive“ musikalisch umgesetzt. Am Klavier gab Elke Schmitt souverän den Ton an. Sätze aus dem „Concerto Pastorale“ von Johann Christoph Pez erwärmten die Herzen des Publikums ebenso wie der ideal zum Mitsingen geeignete Adventsklassiker „Macht hoch die Tür“. Nadja Poroffschek sang in ihrem Solo das poetische Lied „Mary, did you know“. Beindruckend war der Chorgesang mit Karl Jenkins „Lullei“ und das nur von der Geige begleitete „Light a candle for peace“. Für originelle und stimmungsvolle, literarische Abwechslung sorgte Jürgen Schmitt mit Texten wie „Der Dezember“ von Erich Kästner, „Papas Weihnachtsfreuden“ und „Der kleine Frieden“. Das fröhliche „Jingle Bells“ beglückte alle dann als Zugabe.

Ein Leben in Versen: „Zur Heimat erkor ich mir die Liebe“:

Sabine Kampmann stellte in einem Konzertgottesdienst die Lyrikerin Mascha Kaléko vor (November 2023)

Am Volkstrauertag, an dem traditionell den Opfern von Krieg und Gewalt gedacht wird, stand das Leben und Werk der jüdischen Dichterin Mascha Kaléko im Mittelpunkt eines Konzertgottesdienstes in der Martinskirche. Sabine Kampmann gestaltete die Hommage an die Künstlerin auf eine besondere Weise. Es gelang ihr, die feinsinnigen Texte mit ihrem Gitarrenspiel auf eine Art zu begleiten, dass deren Sprachmelodie und die Musik geschickt ineinander verwoben waren. Kampmanns Präsentation wirkte wie aus einem einzigartigen Guss gemacht, in sich geschlossen und vollkommen. Sie war intensiv, melancholisch und spannend zugleich, so wie eben Kalékos Texte auch sind. Die Lautstärke war im Kircheninnern runter geregelt. Mit gehauchter Stimme und zartem Gesang fesselte Kampmann die Zuhörerinnen und Zuhörer. „Mascha, Mascha“, rief sie eingangs: „Du bist fort, aber wir suchen dich in deinen Versen und Worten.“ Kaléko war ihr ganzes Leben lang eine Reisende. Geboren wurde sie 1907 in der heutigen Ukraine, danach folgten Jahre in hessischen Städten. In Berlin, der Stadt, wo sie sich am glücklichsten fühlte, feierte sie erste Erfolge in den 1920er und 30ger Jahren. „Die paar leuchtenden Jahre“ nannte sie diese Zeit. 1938 floh sie mit ihrem zweiten Mann und dem gemeinsamen Kind in die USA. 1955 unternahm sie ihre erste Deutschlandreise nach dem Exil und kam auch wieder nach Berlin, aber sie fühlte sich dort nicht mehr wohl. 1959 zog sie nach Israel. In ihren Gedichten schrieb sie über Einsamkeit und ihre Verzweiflung, vor allem nach dem Tod ihres Sohnes und ihres Mannes. „Ich bin geschlagen, aber nicht besiegt“, sagte die starke Frau in einem ihrer Texte. Sie fühlte sich überall als Fremde und heimatlos. „Ein Fremdling war ich schon immer, der Ferne zugetan, den Zugvögeln und den Sternen“, verfasste sie. Aus dieser Traurigkeit heraus entstand das Gedicht „Zur Heimat erkor ich mir die Liebe“, dessen Titel Kampmann als Motto des Gottesdienstes gewählt hatte. Die Liebe ist das, was zählt, egal wo man ist, und auch das Vertrauen auf Gott. „Da ist einer, der mich hält“, sagte Kampmann am Ende in Kalékos Sinne. 

Gelungene Hommage an Mark Twain zum Geburtstag

Wer Geburtstag hat, lässt sich beschenken. Holk Freytag, ehemaliger Intendant der Hersfelder Festspiele, drehte am Freitagabend (29. September 2023) den Spieß um und beschenkte zu seinem besonderen Anlass das Publikum in der Martinskirche mit einer außergewöhnlichen Hommage an Mark Twain. Pfarrer Ingo Schäfer gratulierte dem Jubilar zu seinem 80. Geburtstag: „Sie bringen Schärfe mit Worten und Gedanken ein und man merkt, dass Sie ihr Glaube dabei trägt, so wie es in der Bibel heißt ‚Ihr seid das Salz der Erde‘.“ Er überreichte Freytag deshalb eine frisch-fruchtige Pfeffermischung und ein “Wüsten-Kristall-Salz“. Ein Geburtstagsständchen schloss sich im Kanon an, den Christoph Wohlleben, der Musikalische Direktor der Hersfelder Festspiele, am Klavier begleitete. „Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden“, zitierte Freytag seinen Lieblingsschriftsteller, den amerikanischen Literaten und Journalisten Mark Twain. Für den Freitagabend war ihm dies in hervorragender Weise gelungen, denn Freytag hatte eine hochkarätige Besetzung für „seine“ szenische Lesung gefunden. Seiner Einladung waren Schauspieler und Schauspielerinnen gefolgt, die dem Hersfelder Publikum zum Teil durch mehrfache Auftritte und Auszeichnungen bei den Festspielen bekannt sind: Marie-Thérèse Futterknecht, Kristin Hölck, Lars Jung, Markus Gertken, Alen Hodzovic, Stephan Schad und Dirk Glodde. Mit ihrer perfekten Lesekunst hauchten sie den Romanfiguren Leben ein. Die Textpassagen sorgten oft für Gelächter im Kircheninnern. So unterhielten sich zum Beispiel Glodde als Huckleberry Finn und Hodzovic als Tom Sawyer über kuriose Möglichkeiten, Warzen zu entfernen. Ausdrucksstark brachte sich Gertken als Sklave Jim ins Spiel, der mit Huck auf dem Mississippi den Weg in die Freiheit suchte. „Das Tagebuch von Adam und Eva“ sind ebenso literarische Leckerbissen wie „Briefe von der Erde“, in denen Twain seine persönliche Sicht der Schöpfungsgeschichte darstellte. „So wie Twain an der Menschheit litt, verehrte er sie“, sagte Freytag, der das Programm mit geschichtlichem und biographischem Wissen über den Autor kommentierte. Kristin Hölck und Alen Hodzuvic bereicherten mit herrlichen Gesangsstimmen und Ohrwürmern wie „Ol‘ Man River“ und „Can’t help loving that man“ das Programm. Als Zugabe gab es Aphorismen, die das Wesen „Mensch“ unter die Lupe nehmen. Twains Worte und Werke sind zeitlos, sie sind Klassiker, die nachdenklich machen und die erheitern und die auf jeden Fall immer wieder gelesen und gehört werden sollten. Für Holk Freytag gehören noch andere Autoren und Autorinnen dazu, in Erinnerung gebracht zu werden. Die Veranstaltung am Freitag war deshalb ein Startschuss für eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Texte der Humanität“. Die Begeisterung des Publikums zeigte, dass diese Mixtur von Texten und Musik großen Zuspruch findet. “Weitergehen wird es mit Astrid Lindgren“, verriet Freytag schmunzelnd, bevor er zu seiner ganz persönlichen Feier aufbrach.  

Texte der Humanität 1
"Ihr habt gewiss erkannt, dass der Mensch ein Kuriosum ist!"

Ein Abend mit Mark Twain: Szenen, Reiseberichte, Lieder, Meinungen

(Leitung: Holk Freytag)

"Die ganze amerikanische Literatur kommt von einem Buch von Mark Twain her, das 'Huckleberry Finn' heißt ... Es ist das beste Buch, das wir gehabt haben. Vorher gab's nichts. Danach hat es nichts gleich Gutes gegeben." Für Ernest Hemingway war er der Vater der amerikanischen Literatur, jener Mann, der am 30. November 1835 als Samuel Langhorne Clemens das Licht der Welt erblickte und als Mark Twain Weltruhm erlangte. Er war Goldgräber und Reporter. Aus seiner Zeit als Lotse auf dem Mississippi nahm er seinen angenommenen Namen mit, der so viel wie „zwei Längen Wassertiefe“ bedeutet. Als Schriftsteller schließlich wurde er zum Begründer des amerikanischen Realismus. Seine beiden Bücher über die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn sind in fast alle Sprachen der Welt übersetzt und sind fester Bestandteil der Bibliothek der Weltliteratur. Unter den Mitwirkenden versammeln sich Hersfeld-Preisträger, allesamt sind sie den Festspielen und dem ehemaligen Grebe Keller verbunden. Der Abend eröffnet eine Reihe, in der die Martinskirche in unregelmäßiger Folge Texte der Humanität vorstellt.

Die Veranstaltung wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt:
Musik und Literatur in der Martinskirche:

Die Lebenserinnerungen des Pfarrers Hermann Altmüller
Wie lebte man vor 150 Jahren in unserer nordhessischen Heimat? Wie reiste man, als das Schienennetz noch im Aufbau war und die Postkutsche eine teure Angelegenheit? Und überhaupt, wie kam man klar, ohne Elektrizität, Telefon und soziale Absicherung?
Die Erinnerungen des Hermann Altmüller werfen Schlaglichter auf das Leben in einer längst vergangenen Zeit. Aufgewachsen in Solz musste er das vertraute Elternhaus verlassen, um das Gymnasium in Bad Hersfeld besuchen zu können - ein herber Einschnitt für einen Elfjährigen, der nun sieben Jahre lang bei Hersfelder Familien in Pension wohnte. Nach dem Studium in Marburg war Altmüller von 1875 bis 1918 in verschiedenen Gemeinden Nordhessens Pfarrer. Seine Lebenserinnerungen geben einen hochinteressanten und berührenden Einblick in das damalige ländliche Leben. Thomas Wischnath, Urenkel des Verfassers und selbst Pfarrer im nordhessischen Breuna, liest in der Martinskirche Passagen aus den Erinnerungen des Hermann Altmüller. Umrahmt wird die Lesung von Musik aus dem 19. Jahrhundert. Es singen und spielen Mitglieder des Arsoni Consorts und des Gesangsensembles QuintArt: Eva Be Yauno-Janssen, Cornelia Rohlender und Thomas Ries, Gesang; Jürgen Nothbaum, Mandoline und Renate Bennedik, Klavier.

Ein Hörgenuss mit Überraschungen

Pianistin You Kyong Kim konzertierte im Martin-Luther-Haus (6.8.2023)

Wer You Kyong Kim und ihr musikalisches Talent kennt, weiß als Besucher ihrer Klavierkonzerte, dass man mit Überraschungen rechnen muss. So konnten auch die Gäste am Sonntag im Martin-Luther-Haus gespannt sein, welche musikalischen Besonderheiten sich die studierte Pianistin diesmal ausgedacht hatte. Kim kam, wie bereits einige Male zuvor, auf Einladung der Martinskirchengemeinde nach Hersfeld, um mit einem „Friedenskonzert“ nicht nur Harmonien auf den Tasten des Flügels anzustimmen, sondern auch mit der Auswahl ihrer musikalischen Werke den Blick auf das Thema „Frieden“ zu richten. Kims besonderes Metier ist das kompositorische Schaffen. Derzeit widmet sie sich im Rahmen von zwei Stipendien des Baden-Württembergischen Ministeriums für Kunst und Kultur dieser Tätigkeit. Daher präsentierte sie in eigenen, faszinierenden Arrangements „Gabriel’s Message“, ein baskisches Volkslied aus dem 13. Jahrhundert, von Jeff Buchan „Immanuel“ und von Chopin „Andante Spianato and Grande Polonaise Brillante Op.22“. Ihre Leidenschaft gilt der Neubearbeitung von Kirchenmusik. Eine Kostprobe bekamen die Konzertgäste mit dem neu arrangierten lutherischen Werk „Eine feste Burg ist unser Gott“ zu hören. Kims eigenwillige, intensive Herangehensweise an die Klavierstücke und ihr nuancenreiches Spiel erwecken die Neugier der Zuhörer und lassen diese in sich gehen und gebannt zuhören. Am Ende performte sie brillant Beethovens „Ode an die Freude“. Dr. Wolfgang Thon, Kirchenvorsteher der Martinskirche, stellte danach fest: „Es ist erstaunlich. Nach so vielen Malen, die ich das Stück von ihr gehört habe, war es dieses Mal wieder ganz anders.“ Sowohl Kims Gastspiel als auch ein Vortrag über „Wege zum Frieden“ von Dr. Theodor Ziegler (von der Initiative „Sicherheit neu denken“) in der Martinskirche am Samstag gingen auf die Anregung von Dr. Wolfgang Thon zurück. (het)

"Frieden ist mehr als das Schweigen der Waffen"

(Dr. Theodor Ziegler von der Initiative „Sicherheit neu denken“ anlässlich seines Vortrages "Wege zum Frieden" am 5.8.2023 in der Martinskirche)

Musik und Kunst in der Abendsonne (16.7.2023)

Die Klappstuhlkonzerte auf der Gemeindewiese der Martinskirche Bad Hersfeld sind seit der Coronazeit zu einer schönen Tradition geworden. Auch in diesem Jahr hatte die Gemeinde am 16. Juli zu einem Konzert-Gottesdienst eingeladen und zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer waren gekommen. Der Posaunenchor unter der Leitung von Gesa Hild spielt eine bunte Mischung aus Kirchenliedern, Gospels und – passend zur Festspielzeit – Musik aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“. „I don’t know how to love him“ stand beispielsweise neben „Swing low, sweet Chariot“, „Geh‘ aus mein Herz“ und „Jesus Christus herrscht als König“ neben einer Bearbeitung von Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ in Kombination mit „Der Mond ist aufgegangen. Pfarrerin Tamara Schäfer verband die drei Konzertteile mit passenden Texten und Geschichten. Nach dem sommerlichen Konzert und viel Beifall fanden sich Musiker und Besucher bei Bratwürstchen und Getränken zu Gesprächen zusammen. Außerdem wurde die Ausstellung „NaturKraft“ von Petra Kries in den Gemeinderäumen eröffnet. Ihre Natur-Impressionen werden noch bis zum 28. Oktober gezeigt. (cdg)

Musik mit Charakter: Konzert der Musikschule Schmitt entführte das Publikum nach Irland (9.7.23)

Mit temperamentvollen Klängen gestalteten das Ensemble und der Chor „Singclusive“ von der Musikschule Elke Schmitt ein stimmungsvolles Konzert in der Martinskirche. Irische Musik stand hierbei auf dem Programm, das den Titel „Unterwegs sein“ trug. Geigen, Flöten und schöne Stimmen versetzten das Publikum sehnsuchtsvoll in die reizvolle Landschaft Irlands. Balladen wie „The tree Raven“ und „The sheep under the snow“ wechselten sich mit rhythmischen Liedern wie dem Folksong „The yellow Sheepskin“ ab, deren Schellenklang zum Tanzen einlud.

Das vom Chor und Ensemble gemeinsam vorgetragene englische Volkslied „Scarborough Fair“ erntete besonders starken Applaus. Für berührende Momente sorgten die Solo-Gesangsauftritte von Carola Winnekendonk mit „Carrickfergus“ und von Ellen Hartwig mit „The Blessing“. Irische Musik hat ihren besonderen Charakter. Dem Publikum wurde dieser in vielen mitreißenden Liedern präsentiert. Gut kamen bei den Zuhörern auch die humorigen und tiefgründigen Texte über das „Unterwegs sein“ an. Jürgen Schmitt hatte eine kurzweilige Auswahl an Gedichten und Erzählungen unter anderem von Erich Fried, Wilhelm Busch und Eugen Roth zusammengestellt, die er unterhaltsam vortrug. Am Ende gab es stehenden Applaus und dafür noch drei Zugaben.

Diskussion zum Ukraine-Krieg

Der Krieg in der Ukraine spaltet. Er spaltet die Gesellschaft, er spaltet Menschen - und er spaltet auch die evangelische Kirche. Selbst wenn man die Formulierung "russischer Angriffskrieg" benutzt, äußert man damit bereits eine Meinung und weist eine Schuld zu. Welcher Weg ist der richtige? Sich mit Waffen zu verteidigen oder nach biblischem Jesus-Wort auch die andere Wange hinzuhalten? Unter anderem dieser Frage versuchten der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth, Dr. Robert Brandau, Lehrbeauftragter der Universität Kassel, und Moderator Holk Freytag am Freitagabend, 7. Mai, in der Bad Hersfelder Martinskirche nachzugehen. Siehe Link, Artikel von Christopher Göbel

Live-Musik brachte tollen Erlös: Beim Benefizkonzert für den Verein “TAUBE“ begeisterten die Programmbeiträge in der Martinskirche (7. Mai 2023)

Mit einem eindrucksvollen Auftritt aller Akteure endete am Sonntagabend in der Martinskirche ein großartiges Benefizkonzert mit dem Titel „School meets Band“ zugunsten der TAUBE, dem Förderverein der Diakonie Bad Hersfeld. Über 70 Gesangs- und Musiktalente der Gesamtschule Obersberg stimmten zusammen mit der Band „Liköretten“ das Lied „To be with you“ an - und weit über 300 Konzertgäste klatschten und sangen mit. Ein zweistündiges Programm hatte zuvor für einen Ohrenschmaus und gute Laune gesorgt. Wilfried Bätz, der zweite Vorsitzende des Fördervereins, erklärte sich mehrmals „sprachlos und überrascht“ angesichts des vollen Kirchenhauses und des Großaufgebots an Akteuren. Er begrüßte unter anderem Bürgermeisterin Anke Hofmann, der er nett eine Beitrittserklärung anbot, sowie Landrat Torsten Warnecke, ein langjähriges Mitglied des Fördervereins. Dem Pfarrehepaar Ingo und Tamara Schäfer dankte er für den schönen Veranstaltungsort. Unter der Leitung von Anne Rill und Silke Pfannkuch traten die „Young Voices“ auf. Der Chor der Jahrgangsstufen 5 und 6 der GSO ist eine besondere Nachwuchsförderung für den großen Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg. Mit „Tiritomba“ und „Willkommen im Frühling“ wurde musikalisch der Winter verabschiedet. Fröhlich gestimmt folgten Hits aus dem „Dschungelbuch“ und das gefühlvolle Kinderlied „Jeder Mensch hat einen Traum.“ Mit Tatjana Beyer als Leiterin zeigte das in diesem Jahr neu gegründete „Mini-Orchester“ der GSO mit Schülerinnen und Schülern der Streicher- und Bläserklasse 6 sein Können, unter anderem mit der im gleichmäßigen Takt gespielten „Ode an die Freude“. In der zweiten Konzerthälfte ertönten mit der Band „Liköretten“ jede Menge rockige Töne. „Ich bin neugierig, wer nun kommt“, verriet Bätz. Er kenne die Band nämlich noch nicht. Das war nicht verwunderlich, denn sie besteht erst seit dem letzten Jahr. Am Sonntag zeigten die erfahrenen Musiker Wilfried Brähler, Peter Engel, Michael Popp, Egbert Kraus, Herbie Schmitt mit ihrer Sängerin Doreen Fahner und dem Tontechniker Andreas Kreutz, dass man sich ihren Namen merken muss, wenn man handgemachte, knackige Rock- und Popmusik mag. Songs wie „Mercy“, „Summertime“, „Cello“ und „Gegen den Strom“ von Udo Lindenberg, „Vincent“ (Sarah Connor) und das Liebeslied „Need you now“ heizten die Stimmung gehörig an. Die erhoffte Spende fiel danach keinem Besucher und keiner Besucherin schwer. Der Erlös war demzufolge ein erfreulicher vierstelliger Betrag. Er käme der Arbeit von 40 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zugute, die sich in Hersfeld um etwa 400 hilfsbedürftige Menschen kümmern, sagte Bätz dankend. (het)

Verfängliche Post: "Empfänger unbekannt"

In der Martinskirche trat ein Ensemble der Volksbühne Bad Emstal auf

Mit einer szenischen Lesung präsentierte ein Ensemble der Volksbühne Bad Emstal am 12. November in der Martinskirche sehr eindrucksvoll den Briefroman „Empfänger unbekannt.“ Laut der amerikanischen Autorin Kathrin Kressmann Taylor basierte ihr Werk auf einigen echten Briefen, insgesamt ist es jedoch fiktiv. Dennoch ist das zeitlose Thema damals und heute von ungeheurer Aktualität. Der Roman entstand in Amerika 1938, also in dem Jahr der Reichspogromnacht, mit dem ganzen Wissen über die Vergehen der Nationalsozialisten an den Juden. Die Handlung spielt in den Jahren 1932 bis 1934. Zwei Freunde und Geschäftspartner, der in Amerika lebende Jude Max Eisenstein und der nach Deutschland zurückgekehrte Martin Schulse, schreiben sich monatlich Briefe. Schulse bekommt bald in München einen Regierungsposten und wird zum Sprachrohr der Nazi-Parolen. Mitte 1933 bittet er Eisenstein, den Briefkontakt zu beenden. Er könne sich wegen seiner Karriere keinen Kontakt mehr zu einem Juden erlauben. Eisenstein bittet ihn dennoch, sich um seine Schwester Griselle zu kümmern, mit der der verheiratete Familienvater Schulse ein Verhältnis gehabt hatte. Griselle kommt trotz Warnungen nach Berlin zu einem Theaterengagement. Sie wird bedroht und flüchtet zu Schulse, der ihr jegliche Hilfe verweigert und mitansieht, wie man sie ermordet. Kalt und herzlos schreibt er darüber dem Bruder. Drei Monate dauert nun Eisensteins Rache. Es ist eine hinterlistige, subtile Rache nur mit Worten. Eisenstein schickt nun überaus freundliche Briefe an Schulse und berichtet von angeblichen gemeinsamen Geschäften, obwohl er von der Zensur in Deutschland weiß und ahnen muss, dass er Schulses Leben dadurch gefährdet. Am Ende kommt der letzte Brief von ihm nach Amerika zurück mit der Aufschrift „Empfänger unbekannt.“ Mit der Kraft starker Worte brachten Dirk Kraft als Martin Schulse und Lothar Neumann als Max Eisenstein die Dramatik zum Ausdruck. Das Gitarrenspiel von Fabian Hörl mit eigenen Kompositionen unterstützte den nachdenklich machenden Charakter der Aufführung. Im Mai 2019 sei die Idee zur Lesung entstanden, erzählten Regisseurin Antje Hörl und Uta Kraft, einen Monat später wurde Walter Lübcke Opfer rechtsextremer Gewalt. Dieser Vorfall habe die Vereinsmitglieder in ihrem Vorhaben bestätigt, das hochaktuelle Werk auf die Bühne zu bringen. Die Bilderschau mit verängstigten Juden in Konzentrationslagern hinterließ am Ende der Lesung zudem bei den Zuschauern ein beklemmendes Gefühl.  

„Angels, ever bright and fair“:  Abendmusik in der Martinskirche (23.10.2022)

Engel begegnen uns als himmlische Wesen und Boten Gottes in der Bibel. Bei Jesaja heißt es, dass die Engel vor dem Herrn stehen und ihn mit den Worten preisen: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaot!“ Im Weihnachtsevangelium verkünden Engel den Hirten die Geburt des Christkindes. Als Schutzengel stehen Engel uns Menschen bei, und wenn wir in Not sind, verkörpern sie die Hoffnung. Sie werden mit dem Licht gleichgesetzt, das dem Leidenden nach schwerer Zeit wie am Ausgang eines Tunnels erscheint.

In dem Konzert „Angels, ever bright and fair“ erklangen Kompositionen, in denen Engel in unterschiedlichen Vorstellungen in Erscheinung treten. Das Programm enthielt Musik aus drei Jahrhunderten, unter anderem von Händel, Beethoven, Cornelius, Wagner und Rutter.

Für den Frieden: Mit Posaunen und auf dem Klavier wurde im Garten der Martinskirche zum musikalischen Gebet angestimmt

 

Pfarrerin Tamara Schäfer konnte am Sonntagnachmittag (24.7.22) einige gut gelaunte Gäste bei herrlichem Wetter im Pfarrgarten vor der Martinskirche begrüßen. Zum wiederholten Mal trat der Posaunenchor des CVJM und der evangelischen Kirche in Bad Hersfeld in einem Klappstuhlkonzert im Schlippental auf und gab dabei sein üppiges Repertoire, das Gesa Hild als Chorleiterin mit ihm einstudiert hatte, zum Besten. Ein Höhepunkt war der Auftritt der Pianistin You Kyong Kim, die in gewohnt meisterhafter Manier zwei Stücke vortrug. „Es ist immer ein besonderer Genuss, ihr zuzuhören und zuzusehen“, schwärmte Kirchenvorsteher Dr. Wolfgang Thon, der für die Einladung der Karlsruherin mitverantwortlich war. Die legendäre Hippie-Friedenshymne „Give peace a chance“ von John Lennon gab die Intention des Konzertes vor. Schäfer sagte zu diesem Lied einleitende Worte. Das sommerliche Konzert endete mit der volltönend gespielten Bitte aus dem neuen evangelischen Gesangbuch: „Gib uns Frieden jeden Tag.“

Pippi und Michel waren dabei

In der Martinskirche blieb am Sonntagnachmittag (12. Juni 2022) beim Familienkonzert kein Platz frei. Auf dem Programm des großen Ensembles der Musikschule von Elke Schmitt standen schwedische Folklore- und Filmlieder. „Idas Sommerlied“, das mit dem Text von Astrid Lindgren in Schweden ein beliebtes Schullied ist, das „Michel“-Lied und natürlich auch „Hey Pippi Langstrumpf“ gehörten dazu. Auch eine traditionelle Polka und skandinavischer Folk wie „Schottis fran Lima“ und „Hargaloten“ wurden gespielt. Mit ihrem stimmungsvollen Spiel auf Pfeifen, Flöten und den Streichinstrumenten sowie zartem Gesang gelang es den vierzehn jungen Frauen zusammen mit ihrer Lehrerin, das Publikum in die musikalische Welt Schwedens zu verführen. Zwischen den Musikstücken lasen die Musikerinnen Texte von und über Astrid Lindgren vor. Die bunte Mischung bot ein nettes, unterhaltsames Programm, für das sich die Zuhörer am Ende einige Zugaben erklatschten.

„Siegesmarsch“ der Posaunen am 12. Dezember 2021 in der Adventsandacht

Mit dem Siegesmarsch aus „Judas Maccabäus“ von Händel begrüßte der Posaunenchor des CVJM und der Evangelischen Kirchen in Bad Hersfeld am dritten Advent die Besucher und Besucherinnen des musikalischen Gottesdienstes in der Martinskirche.

Pfarrerin Tamara Schäfer lud ein: „Zur Ruhe kommen, loslassen, was uns gerade noch beschäftigt hat. Jetzt hier sein und Kerzenlicht und Schmuck, Wort und Musik auf sich wirken lassen.“ Bevor die Gemeinde das Lied „Es kommt ein Schiff“ (EG 8) sang, las Schäfer eine Meditation dazu vor: „Adventliche Lieder sind nicht nur von Worten geprägt. Ebenso wichtig sind ihre Symbole und Gesten, Stimmungen und Bilder. Als das Lied „Es kommt ein Schiff geladen“ entstand, waren viele Menschen zwar Analphabeten, aber sie konnten Bilder lesen. Gegenstände, Blumen und Tiere wussten sie als Symbole zu deuten. Religiöse Bilder dienten weniger zur Illustration als vielmehr der Verkündigung. "Es kommt ein Schiff geladen" gehört zu den bekanntesten Advents- und Weihnachtsliedern. In der Vergangenheit wurde es dem mittelalterlichen Mystiker Johannes Tauler (1300–1361) zugeschrieben. Drei spätmittelalterliche Handschriften legen allerdings nahe, dass das Lied erst im 15. Jh. entstanden ist, vermutlich im Elsass. Inhaltlich zentral ist die Schiffsmetaphorik, die sich auf Maria und die Menschwerdung Christi bezieht. Ein Schiff macht sich aus seinem Heimathafen bei Gott auf. Sein Segel ist die Liebe, sein Mast der Heilige Geist, seine Last ist teuer, denn es ist trägt Gottes Sohn. „Sein Anker haft‘ auf Erden, / da ist das Schiff am Land.“ Mit diesem Schiff wird die schwangere Maria als Gottesgebärerin beschrieben. Sie ist die von Gott Auserwählte, geprägt von der Liebe Gottes zu ihr und dem Wirken des Heiligen Geistes an ihr. In der christlichen Tradition wird sie auch als „navis gaudiorum" (Schiff der Freuden) und "foederis arca" (Arche des Bundes) gefeiert. Dieses Marienlied wurde später vom protestantischen Pfarrer Daniel Sundermann (1550-1631) bearbeitet. Er rückte Christus in den Vordergrund. So preist die 5. Strophe nicht mehr Maria als Mutter Gottes, die gelobt werden muss. Stattdessen nehmen die beiden letzten Strophen nun das Leiden und Sterben Jesu und seine Auferstehung auf: „5. Und wer dies Kind mit Freuden / umfangen, küssen will, / muss vorher mit ihm leiden / groß Pein und Marter viel, 6. danach mit ihm auch sterben / und geistlich auferstehn, / das ewig Leben erben, / wie an ihm ist geschehn.“ In dieser Form ist es heute auch im katholischen Gesangbuch zu finden.

Mit seiner Bearbeitung spannt Sundermann nun einen großen Bogen. Er beginnt damit, dass sich das Schiff auf den Weg macht, um Gottes Sohn zur Welt zu bringen und endet mit der persönlichen Nachfolge Jesu, die Freude, Leiden und ewiges Leben umfasst. So werden wir selbst zum Hafen, an dem das Schiff vor Anker gehen will.“

(Michael Fischer, Liederlexikon.de, Alle Jahre wieder, Benno Verlag)

Es folgte eine Meditation zu „Maria durch ein Dornwald ging.“ (EGplus 2)

„Ein weiteres ausdrucksstarkes Bild besingt das Lied „Maria durch ein Dornwald ging“. Lange galt, dass es um 1600 im thüringischen Eichsfeld als Wallfahrtslied entstanden sein könnte. Das vermutete auch der Liederforscher August von Haxthausen (1792–1866), der es 1850 in seine Sammlung aufnahm. Dagegen spricht allerdings, dass es in keinem der vielen Gesangbücher des 17. oder 18. Jahrhunderts zu finden ist. Deshalb scheint es durchaus möglich, dass es erst um 1850 in dieser Form entstand. Bei Haxthausen hat das Lied noch vier weitere Strophen, die Jesu Namensgebung, Taufe, Patengeld und Erlösersein besingen. Doch heute werden im protestantischen wie katholischen Raum nur noch die ersten drei gesungen. Im Lukasevangelium erzählt der Evangelist von zwei Besuchen. Zuerst besucht der Engel Gabriel die junge Maria und kündigt ihr die wunderbare Geburt eines Sohnes an, worauf Maria antwortet: „Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast.“ Daraufhin besucht die schwangere Maria ihre Cousine Elisabeth, die ebenfalls ein Kind erwartet, nämlich Johannes den Täufer. Im Lied geht es um den Weg, den Maria auf sich nimmt, um Elisabeth zu besuchen. Dieser Weg ist ein dichtes Gestrüpp aus Dornen, bedrohlich und fast undurchdringlich. In der Tat hatte Maria einen dornigen Weg vor sich: Sie war Josef zwar zur Ehe versprochen, aber noch nicht mit ihm zusammen, als sie schwanger wurde. Sie hätte wie eine Ehebrecherin verstoßen und nach damaligem Gesetz gesteinigt werden können. So dachte Josef, sie heimlich zu verlassen, wird aber im Traum von einem Engel davon abgehalten. Auch ihre Reise angesichts der Volkszählung nach Bethlehem ist beschwerlich, 150 km zu Fuß oder auf dem Esel, auf schmalen Gebirgspfaden, hochschwanger. Die zweite Strophe erinnert an ein „Rätsellied": „Was trug Maria unter ihrem Herzen?" „Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen.“ Doch denken wir an Marias weiteren Weg, kommen Schmerzen und Sorgen hinzu. Die Flucht vor Herodes, dem Kindermörder, das Ausharren unter dem Kreuz Jesu und sein Tod. In der katholischen Tradition eingebettet in die sieben Schmerzen der seligen Jungfrau.

In der dritten Strophe antwortet die Natur auf den dornengesäumten Weg der Maria mit einem Rosenwunder. Die fahlen Zweige blühen auf, neues Leben kehrt zurück, ein neuer Anfang ist gesetzt. Mit Jesu Geburt verhält es sich ähnlich: Er setzt einen neuen Anfang in der Geschichte Gottes mit den Menschen, durchbricht das Dunkel, das die Völker bedeckt, und schenkt neues und ewiges Leben. Schließlich findet sich im Lied durchgängig das Motiv des Tragens. Der Dornwald hat kein Laub mehr getragen, Maria trägt Jesus unter ihrem Herzen, und dann tragen die Dornen Rosen.

(Meinrad Walter, Katholisch.de, Liederlexikon.de, Heiligenlexikon.de)

Was tragen wir in dieser Zeit, allein oder gemeinsam? Was tragen wir unter unseren Herzen? Wo hoffen wir darauf, dass sich ein neuer Anfang auftut? Nicht nur in der Pandemie, vielleicht auch Zuhause, in der Nachbarschaft oder unserer Kirche. Erbarme dich unser in diesen Tagen, hilf uns tragen, was uns beschwert und wie Dornen sticht, hilf uns sehen, wo Rosen für uns blühen und uns strahlen lassen. Amen.“

„O Täler weit, o Höhen, O schöner, grüner Wald“: Die Natur in Musik und Text

Im Mittelpunkt der musikalischen Soiree am 30. Oktober 2021 in unserer Kirche standen Musik und Literatur, die die Natur zum Gegenstand haben. Die Kompositionen aus dem Barock und der Romantik stellen die Schönheiten der Natur, die Freude an ihr, aber auch das Erschauern vor ihr dar. Gleichzeitig wird in der Gegenüberstellung der beiden Epochen deutlich, wie verschieden der Blick auf Natur war und wie umweltbewusst im modernen Sinne die Romantiker zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren. Das Programm enthielt Vivaldis Violinkonzert Der Herbst aus seinen Vier Jahreszeiten, Lieder, Chor- und Instrumentalmusik von Corelli, Schumann, Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms u.a.

Es musizierten die Ensembles Arsoni Consort und QuintArt wieder gemeinsam: Eva Be Yauno-Janssen, Ines Allendorf, Cornelia Rohlender, Musa Be Yauno und Thomas Ries, Gesang; Roswitha Zimmermann, Violine, Jürgen Nothbaum, Mandoline und Renate Bennedik, Klavier. Jörg Bennedik rezitierte dazu passende Gedichte.

Irisch in den Herbst (25.9.2021)

„Wenn der Sommer geht“- so lautete der Titel des musikalischen Gottesdienstes, den Elke Schmitt mit einem Ensemble ihrer Musikschule in der Martinskirche gestaltete. Seit mehr als zwei Jahren hatten sich die elf Musikerinnen nicht mehr zu einem gemeinsamen Auftritt getroffen. „Es war also eine Premiere für uns, wieder vor Publikum zu spielen“, sagte Schmitt am Ende des Konzertes sichtlich erfreut über die große Begeisterung im Kircheninneren. Das Publikum ließ sich gerne mitnehmen von den französischen und italienischen Barockkompositionen eines Giovanni Bononcini, Joseph Bodin de Boismortier und Arcangelo Corelli bis hin zu den irischen Segenswünschen. Carolin Altmann kam eigens von ihrem Studienort angereist, um das Konzert ihrer Lehrerin mit ihrer schönen Gesangsstimme zu bereichern. Besonderer Applaus brandete auch nach dem Klavierspiel der neunjährigen Chen Fan Gao auf, die souverän das Musikstück „Passagio“ des zeitgenössischen Komponisten Ludovico Einaudi vortrug. Ohne Zugaben wollte das Publikum die fantastischen Musikerinnen nicht gehen lassen. Irische Segenswünsche, ob in Worten oder in Musik, spenden Ruhe, Kraft und Motivation. „Es war eine erholsame und erquickende Stunde in der Kirche“, lautete deshalb das Fazit der Besucher.

Interkulturelle Woche "Offen geht"

Im Rahmen der Interkulturellen Woche in Bad Hersfeld fand am 29.9.2021 in der Martinskirche ein Vortragsabend statt. Johny Thonipara vom Zentrum Ökumene in Frankfurt referierte über „Indiens Aufbruch in die Moderne und die Rückkehr zum Nationalismus“  und thematisierte die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Indien.

Mit Strohhut auf dem Klappstuhl: Ein Konzert an der Martinskirche mit dem Titel „Himmel, Erde, Luft und Meer“ sorgte für Sommerlaune (25.7.2021)

Die Einladung der Martinskirchengemeinde zu einem Klappstuhlkonzert im schönen Pfarrgarten hatte am Sonntagnachmittag eine erfreuliche Besucherzahl auf die Wiese im Schlippental gelockt. Ein kurzweiliges, musikalisches Programm des Posaunenchores des CVJM und der Ev. Kirchen in Bad Hersfeld unter der Leitung von Gesa Hild sorgte neben einem Klavier-Highlight bei den Gästen für viel gute Laune. Das Konzert trug den Namen „Himmel, Erde, Luft und Meer“ eines beliebten Kirchenliedes von Joachim Neander aus dem 17. Jahrhundert, das in sechs Strophen von Gottes Ehr und Bewunderung seiner Schöpfung zeugt. Dies war auch das Ansinnen der Organisatoren mit ihrer Programmgestaltung.

Die sommerliche Leichtigkeit der Stimmung zeigte sich auch beim Outfit einiger Besucher, die sich flotte Strohhüte aufgesetzt hatten. Aber auch die Musiker griffen in ihre Kleiderkiste und zogen sich zu den Jazz- und Swing-Rhythmen, mit denen sie das Publikum überraschten, die zu einer solchen Musik fast schon obligatorischen Jazz-Hüte auf. Allseits bemerkte man die Freude über die Neuauflage eines solchen Konzertes, das vor einem Jahr am gleichen Ort möglich gewesen war. Das Publikum konnte nun eine lobenswerte Entwicklung bei den Musikern und Musikerinnen feststellen, die tolle Evergreens wie Hits der Beatles zusammen mit bekannten Kirchenliedern spielten. Als Pfarrerin Tamara Schäfer auf ihrer Gitarre das irische Segenslied „Möge die Straße“ spielte, lud sie die Gäste zum Mitsingen ein, was aktuell erfreulicherweise ohne Masken draußen wieder erlaubt ist. Der Konzertgenuss wurde mit dem Auftritt der Karlsruher Pianistin You Kyong Kim bereichert, die auf ihre außergewöhnliche Art eigene Arrangements von „Ein feste Burg“ und „Amazing grace“ spielte. Ihr wurde mit großem Applaus dafür gedankt. Zu den Zaungästen des Konzertes gesellte sich auch ein munteres Eichhörnchen, dem es offensichtlich so gut gefiel, dass es bis zum Schluss in den Bäumen über den Köpfen der Besucher blieb.

 

Von Klang erfüllt: Musikalische Vesper in der Martinskirche

 

Unter dem Titel "Komm in mein Herzenshaus" fand am Sonntagabend (1. November 2020) eine musikalische Vesper mit Musik von Johann Sebastian Bach und Gedanken von Martin Luther statt. Die Bad Hersfelder Sopranistin Eva Be Yauno-Janssen und die Kasseler Pianistin Dörte Gassauer begeisterten das Publikum in der – für Corona-Verhältnisse – vollbesetzten Martinskirche. Arien aus Kantaten, Lieder aus "Schemellis Gesangbuch" und Choräle standen auf dem Programm. Be Yauno-Janssen ließ ihre klare Stimme durch den Kirchenraum fließen und brillierte vor allem bei den Arien. Aber auch die schlichten Werke wie den bekanntesten Luther-Choral "Ein feste Burg ist unser Gott" wusste die Sopranistin beseelt zu gestalten. Versiert begleitete Gassauer am Cembalo und am Klavier. Solistisch spielte sie eine Fuge und eine Invention Bachs auf der Orgel, eine Choralbearbeitung von "Vater unser im Himmelreich".

Dazwischen las Pfarrerin Tamara Schäfer Psalm 91 und "Luthers Abendsegen", ehe die Vesper mit der Arie "Schlummert ein, ihr matten Augen", langem Applaus und einer Zugabe endete. (cdg)

 

Eine Stimme für die, die keine Stimme haben

Friedensgebet mit Wanderfriedenskerze in der Martinskirche (4.9.2020)

 

VON CHRISTOPHER GÖBEL

Bad Hersfeld. Das Thema Frieden beherrschte den Abend des 4. September beim Friedensgebet in der Martinskirche. Die Friedenspfarrerin Sabine Müller-Langsdorf aus Frankfurt am Main hatte die Friedenskerze 2020 mitgebracht, ein Teil der Aktion Wanderfriedenskerze, die es seit den Anschlägen des 11. September 2001 gibt. In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Titel "Verbrannte Erde – Kriegsopfer Schöpfung".

"Was Christenmenschen verbindet, ist das Gebet für die Opfer", so Müller-Langsdorf. In 2020 geht es nicht um Menschen, sondern um die Teile der Schöpfung, die keine Stimme haben: Tiere und Pflanzen. "Auch sie leiden unter Kriegen", so die Friedenspfarrerin vom "Zentrum Oekumene".

Die Wanderfriedenskerze ist ein Hoffnungszeichen, das mit einem Gästebuch begleitet wird. Müller-Langsdorf sammelte die Fürbitten der Besucher aus der Martinskirche – für den Regenwald, die Blaumeise, Flüchtlinge, Menschen in Syrien, Israel und Palästina, Menschen, die durch nationalistische Ideen irregeleitet werden, jüdische Mitbürger, Kinder und Jugendliche, die Ökumene und für alle Menschen, denen Menschenrechte nicht zuerkannt werden. Auch der Wunsch nach mehr Liebe, Achtung und Toleranz untereinander wurde genannt.

Pfarrerin Tamara Schäfer begleitete das Friedensgebet mit Liedern an der Gitarre, bei denen auch die Gemeinde mitsingen durfte – darunter "Wo Menschen sich vergessen" und "Laudate omnes gentes" – Mund-Nasenschutz vorausgesetzt.

Diskussion: Corona und die Folgen

Im Anschluss an das Friedensgebet hatte der "Arbeitskreis Frieden", der am Nachmittag im Gemeindehaus getagt hatte, zu einer kleinen Diskussionsrunde "Die Welt nach Corona" eingeladen, die Kirchenvorsteher Dr. Wolfgang Thon moderierte. Dabei waren neben Müller-Langsdorf Pfarrer Ingo Schäfer von der Martinskirche und Pfarrer Carsten Röhr von der Auferstehungsgemeinde.

Schäfer sah die Solidarität der Menschen zu Beginn der Corona-Pandemie als sehr groß an, diese habe aber mit der Zeit abgenommen. "Mit der Solidarität war es aber vorbei, als der Urlaub anstand", so Schäfer. Plötzlich seien die Stimmen laut geworden, die ihre persönliche Freiheit eingeschränkt sähen. "Eine merkwürdige Freiheitsdebatte wurde laut. Das ist ein Alarmzeichen für Unfrieden in der Gesellschaft." Vergebung stehe am Anfang, um wieder Frieden zu schaffen. Dazu müsse man auch mit denjenigen ins Gespräch kommen, die vor dem Reichstagsgebäude demonstriert hatten. "Unser Freiheitsbegriff muss sich am Gegenüber messen lassen", so Schäfer.

Röhr benannte auch die Klimakatastrophe, die durch die Corona-Pandemie in den Hintergrund gerückt sei. "Die Kirche spricht von Schöpfung und will sie bewahren", sagte Röhr. Die Schöpfung zu retten sei nur gemeinsam möglich, denn "wenn die Schöpfung leidet, leiden alle mit", so Röhr.

Als Folge der Coronakrise sah Müller-Langsdorf viel Elend auf der Welt. Auch hier müsse man gemeinsam gegensteuern und mit den Menschen sprechen. "Wir müssen den Blick auf die Opfer richten und auch den Ursachen auf den Grund gehen", so Müller-Langsdorf.

Alle drei Redner waren sich darin einig, dass nur gemeinschaftliches Handeln Früchte tragen könne.

Musik beflügelte die Sinne

Im Pfarrgarten der Martinskirche trafen sich das Hersfelder Arsoni Consort und die Pianistin You Kyong Kim zum beeindruckenden Konzert (21.8.20)

 

Bereits mit dem ersten Stück, das das Ensemble „Arsoni Consort“ zur Begrüßung der Gäste anlässlich ihres Sommerkonzertes am Freitagabend auf der Wiese vor der Martinskirche spielte, wurden die Sinne der Zuhörenden auf wunderbare Weise beflügelt. „Auf Flügeln des Gesanges“ hieß das vorgetragene Werk von Felix Mendelssohn-Bartholdy, bei dem zunächst Roswitha Zimmermann auf der Violine und Renate Bennedik auf dem Klavier im Einsatz waren. Wieder einmal erwies sich der Pfarrgarten als gut geeignet für einen derartig tollen Konzertgenuss. Das E-Piano stand wackelsicher auf großen Brettern auf der abschüssigen Wiese, sodass ein tastensicheres Spiel der zwei an diesem lauen Sommerabend agierenden Pianistinnen garantiert war. Die in Karlsruhe lebende Konzertpianistin You Kyong Kim konnte aufgrund der Initiative von dem Kirchenvorstandsmitglied Dr. Wolfgang Thon für dieses Konzert gewonnen werden. Zwanzig Minuten dauerte ihr selbst arrangiertes Beethoven-Medley, mit dem sie meisterhaft ihre enorme Musikalität und technische Virtuosität demonstrierte. Ihr Spiel auf den Tasten zauberte faszinierende Gefühlswelten hervor. Wer das Glück hatte, ihr auf die Finger zu schauen, konnte erleben, wie die Künstlerin ohne Noten, völlig in sich versunken und eins mit der Musik, mit über die Tasten fliehenden Fingern und wiegenden Körper- und Armbewegungen die Feinheiten der Musik bis ins Detail widerspiegelte.

Auch die Mitglieder des „Arsoni Consort“ hatten sich zum 250. Geburtstag von Beethoven ein Werk von ihm ausgesucht: Den ersten Satz „Allegro“ der Sonate für Klavier und Violine Op.24. „Ich glaube, Beethoven spielt hier nicht nur mit den Tönen, sondern auch mit seinen Zuhörern“, vermutete Bennedik, die zwischen den Stücken kleine Einführungen gab. Die Nachwelt hätte der Sonate den Namen „Frühlingssonate“ gegeben, weil sie fröhlich und optimistisch klinge. Doch es fänden sich darin laute Schläge gegen das natürliche Taktempfinden und plötzliche Moll-Töne. Diese Vorabinformation machte neugierig und das Publikum lauschte gespannt, wie Zimmermann und Bennedik die Noten zu Gehör brachten. Zu Henry Purcells „Strike the Viol“ traten alle Ensemble-Mitglieder auf, das heißt, der Flötist Jürgen Nothbaum und die Sängerin Eva Be Yauno-Janssen komplettierten das hervorragende, musikalische Miteinander. Ein fröhlich stimmendes Medley von Irish Folk-Melodien mit dem Segenslied „You raise me up“ folgte. Mit dem Gesang von Be Yauno-Janssen wurden auch die Lieder „Last rose of the summer“ und  John Rutters „The Lord bless you and keep you“ begleitet. Vor einem Jahr sang Be Yauno-Janssen dieses Lied zur Einführung des neuen Pfarrehepaares Ingo und Tamara Schäfer. Die beiden freuten sich im Publikum sitzend über diese Erinnerung an den damaligen schönen Gottesdienst.

Das Konzert auf der Wiese endete fast so, wie es begann, nämlich mit „Auf den Flügeln des Gesanges“. Nun wurde dieses Werk mit Stimme und dem Liedtext von Heinrich Heine vorgetragen. Für diese beflügelnde Stunde voller Musik und Gesang bedankte sich das Publikum gerne mit reichlich Applaus.  

Sommer, Sonne und Musik

Rund 70 Gäste saßen in unserem Pfarrgarten, als der Posaunenchor des CVJM und der ev. Kirche in Bad Hersfeld unter der Leitung von Gesa Hild aufspielte.

Der Posaunenchor des CVJM und der ev. Kirche in Bad Hersfeld unter der Leitung von Gesa Hild gestaltete am Sonntagabend ein gelungenes Abendkonzert im Pfarrgarten der Evangelischen Martinskirche. Die ersten Musikstücke wie „Die güldne Sonne“ und „Geh aus, mein Herz“ nahmen Gottes Schöpfung, die Sonne und mit „Amazing Grace“ insbesondere die Gnadensonne in den Blick.

Von Pfarrerin Tamara Schäfer erfuhren die Besucher Interessantes über die Entstehung, den Inhalt und die Botschaft der jeweiligen Lieder.

So las sie zum Beispiel zu „Amazing Grace“ passende Worte aus dem Psalm 19 in der Bibel vor, in denen poetisch die Schöpfung Gottes als eine Art beschrieben wird, sich uns zu offenbaren und zu uns zu sprechen.

Michael Brossart spielte in einem Solo auf seiner Trompete und sang auch dazu „Summertime“. Leider konnte er hierbei nicht wie geplant von Dörte Gassauer am Klavier begleitet werden, die erkrankt absagen musste. Volltönend kamen alle Blasinstrumente der 13 Musiker und Musikerinnen zum Einsatz, als zwei Kompositionen von Friedrich Silcher, „Ännchen von Tharau“ und „Am Brunnen vor dem Tore“, gespielt wurden.

Daraufhin kamen einige Lieder des Gottvertrauens und des Lobes wie das bekannte „Rock my soul in the bosom of Abraham“ dran. Viele Gospelchöre haben es in ihrem Repertoire und oftmals wurde es auch gecovert, etwa von Louis Armstrong, Nana Mouskouri oder Elvis Presley.

„Rock my soul“ erzähle vom Schoß Abrahams und knüpft an das Gleichnis aus dem Lukasevangelium „Vom reichen Mann und armen Lazarus“ an, berichtete Schäfer. Auch sie trug mit ihrem Gitarrenspiel zum musikalischen Programm bei, während ihr Mann, Pfarrer Ingo Schäfer, mit seiner Posaune das Chorspiel unterstützte.

Mit „Über den Wolken“ am Konzertende kam Urlaubsstimmung auf, die aber bald wieder verflog. Denn derartige Angebote wie dieses gelungene Konzert helfen den Daheimgebliebenen gut, den Sommer zu Hause zu erleben und abwechslungsreich zu gestalten. In den letzten warmen Strahlen der Sonne am Abend blieben die Gäste noch gerne eine Weile über die Konzertdauer hinaus auf der Wiese und nutzten die Gelegenheit zum gemütlichen Plausch.

Auf dem Weg zum Ökumenischen Kirchentag: Klavierkonzert in der Martinskirche als Vorgeschmack auf das große Fest des Glaubens

Am 9. 2. 20 luden wir zu einem lebendigen Gottesdienst zum Ökumenischen Kirchensonntag und einem meisterlichen Klavierkonzert der Pianistin You Kyong Kim ein. Über 50 Personen haben mit uns Gottesdienst gefeiert und engagiert in Gruppen über das Kirchentagsmotto "Schaut hin" diskutiert. Es waren Vertreter der katholischen und baptischen Kirche da. Zudem haben die Matthäuskirche, die Stadtkirche, der ACK, das Interkulturelle Zentrum und Vertreter des Friedensgebetes in Hersfeld und Bebra mitgemacht. Es war ein bunter und ökumenischer  Abend. Nach einem kleinen Imbiss sind die Gottesdienstbesucher zum Konzert da geblieben. Dieses war mit Werken von Beethoven sehr ergreifend. Frau Kim hat auch eigene Kompositionen gespielt. Herrn Thon gilt unser Dank für die Organisation.

(Fotos)

Aus der Ankündigung:

Vom 12. bis 16. Mai wird dieser Kirchentag in Frankfurt mit mehr als 100.000 Menschen jeden Alters, verschiedener Herkunft und Konfession gefeiert.  „Machen wir uns gemeinsam auf den Weg, holen wir diesen Kirchentag schon jetzt ein bisschen in unsere Gemeinde, indem wir ihn in Stil und Geist feiern. Thema des Gottesdienstes wird der Kirchentagspsalm „Öffne mir die Augen“ (Ps 119,18) sein, aber natürlich wird auch das Leitwort „Schaut hin“ (Mk 6,38) eine Rolle spielen“, lädt Pfarrer Ingo Schäfer ein. Nach dem ökumenischen Gottesdienst gibt es einen Imbiss. Um 19 setzt ein Konzert der renommierten Pianistin You Kyong Kim einen glanzvollen Abschluss der Vorfeier. Kim wurde in Pusan, Südkorea, geboren. Sie studierte Klavier, Liedgestaltung, Kammermusik, Korrepetition und nahm an Meisterkursen teil. Bei zahlreichen Wettbewerben und Meisterkursen hat sie als Korrepetitorin mitgewirkt und arbeitet daneben als Musikpädagogin. Konzerte als Solistin, Kammermusikerin und Liedbegleiterin führten You Kyong Kim neben zahlreichen Städten in Deutschland nach Frankreich, Belgien, Südkorea, auf die Philippinen und in die Volksrepublik China. Sie war an verschiedenen Uraufführungen sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen beteiligt.

Die Klavier-Vituosin wird in der Martinskirche Werke von Beethoven und eigene Arrangements spielen. You Kyong Kim war schon mehrmals in der Martinskirche zu Gast und begeisterte die Konzertbesucher mit ihrem meisterlichen Klavierspiel.

Termine

24. Februar, 13 - 15 Uhr

Basar des Fördervereins Martinskids

 

03. März, 10 Uhr

Gottesdienst zum Weltgebetstag am 1. März mit Kirchenkaffee

 

14. März, 15 Uhr

Café St. Martin: Corinna Zehender, die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, berichtet über ihre Arbeit. (Fahrdienst gewünscht?

Petra Stanek: 0176-76618636)

 

15. März, 19 Uhr

Die etwas andere Abendmahlsfeier mit dem Konfi-Kurs 2024

 

24. März, 10 Uhr

Posaunenklänge vor der Kirche

 

31. März, 6 Uhr

Osternacht mit Taufmöglichkeit und Osterfrühstück

 

11. April, 15 Uhr

Café St. Martin

 

18. April, 19 Uhr

EG+- Abend mit Popkantor Matthias Weber

 

19. April, 18.30 Uhr

"Nachhaltig leben -Wissenswertes für die praktische Umsetzung ihrer Photovoltaikanlage" mit Bernd Landsiedel

 

28. April, 17 Uhr

Benefizkonzert für den Verein Taube

 

12. Mai, 9.30 und 11 Uhr

Konfirmation

 

26. Mai, 10 Uhr

Vorstellung des Konfi-Kurses 2025

 

22. Juni

Kita-Projekttag

 

30. Juni, 19 Uhr

Klappstuhlandacht mit dem Posaunenchor

 

6. Juli

Sommerfest der Kita

Bericht + Fotos zur Veranstaltung

"Texte der Humanität" (16.2.24)

https://osthessen-news.de/n11756784/eine-hommage-gedanken-zum-nachdenken-und-zum-schmunzeln.html

Kontakt

Pfarrer Ingo Schäfer und

Pfarrerin Tamara Schäfer

ingo.schaefer@ekkw.de

tamara.schaefer@ekkw.de

pfarramt.badhersfeld-martinskirche@ekkw.de

06621 2801

Ev. Kindertagesstätte:

Sarah Dittmar-Raaz

06621 71929

Küster Lars Litzenbauer:

06621 3288

Café St. Martin: Traute Hinz

06621 3737

Werner Herbert (stv. Vorsitzender des Kirchenvorstandes) in Fragen zu Angelegenheiten des KV: 

06621 74907

Hier finden Sie uns

Evangelische Martinskirche
Schlippental 39
36251 Bad Hersfeld

Wir freuen uns über Spenden auf folgende drei Konten:

 

Kirchenkreisamt Hersfeld-Rotenburg – Verwendungszweck „Martinskirche“ 

 

Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg

IBAN DE96 532 500 00 0001003109

BIC    HELADEF1HER

 

VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg

IBAN DE17 532 900 00 0001005871

BIC     GENODEF1EK1

 

Evangelische Bank Kassel

IBAN DE02 520 604 10 0001900102

BIC    GENODEF1EK1                         

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